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Ives Riesel, der – wie wir jetzt wissen, „ehemalige“ – Chef von Qobuz, hat einige Worte des Abschieds hinterlassen. Typisch französisch und typisch Marketingschwulst enthalten sie viele Worte und wenig Inhalt.

„Liebe Qobuz-Nutzer und -Abonnenten,

Im Namen des gesamten Qobuz-Teams wünsche ich Ihnen nur das Beste für das neue Jahr. Mögen Ihre persönlichen sowie musikalischen Wünsche allesamt in Erfüllung gehen. Mit unserem Service gehen wir einer ganz besonderen Aufgabe nach: Sie in Ihrem Alltag zu begleiten. Wir möchten Ihnen jeden Tag zur Seite stehen, jeden Ihrer Tage mit unserer Website oder unserer App bereichern und Sie Neues entdecken oder wiederentdecken lassen. Qobuz ist ein unabhängiger Service, bei uns finden Sie immer das Beste aus dem aktuellen Musikgeschehen, ohne dass Ihnen dabei eine Meinung aufgezwungen wird. Sie bleiben dabei immer Ihr eigener Schiedsrichter. Sie wissen es bereits, die vergangenen zwei Jahre waren nicht einfach für Qobuz. Nach einem Erhaltungsverfahren im Sommer 2014, ging Qobuz im November 2015 in ein Übernahmeverfahren über. Während dieser Verfahren wurden dem Gericht verschiedene Übernahmeangebote vorgelegt, darunter das des französischen Unternehmens Xandrie. Dieses hat Qobuz nun seit dem 29. Dezember offiziell übernommen. Das Unternehmen Xandrie, das Teil der Gruppe Thébaud ist, hat einen Plan vorgelegt, der die Besonderheiten und all das, was Sie an Qobuz so schätzen, respektiert und weiterentwickelt. Xandrie hat bereits im Vorfeld den Kontakt zu unserem Team gesucht, seine Leitung hat vorausschauende und gutdurchdachte Vorbereitungen getroffen. Diese Vorgehensweise hat dem Team von Qobuz Vertrauen geschenkt, diesen Plan anzunehmen und zu unterstützen. Ein neues Kapitel beginnt heute für Qobuz. Mit dem gleichen Team, dem gleichen Projekt, nur eben noch überzeugender und noch ambitionierter dank der Unterstützung eines Unternehmens, das uns die Mittel, die uns bisher fehlten, zur Verfügung stellt. Auch wenn das Ende dieser Geschichte nicht so ist, wie Alexandre Leforestier und ich es uns vorgestellt hätten, so sind wir dennoch stolz auf alles, was wir seit 2008 erreicht haben. Unser Dank gilt ebenfalls all denjenigen, die uns so zahlreich auch in dunkleren Zeiten geduldig unterstützt und ermutigt haben. Wir bedanken uns außerdem von ganzem Herzen bei den Anlagefonds Innovacom und Sigma Gestion, die Qobuz fortwährend unterstützt haben. Ohne sie gäbe es Qobuz heute nicht. Sie, liebe Nutzer und Abonnenten, Sie haben Qobuz eine unglaubliche Treue und Unterstützung entgegengebracht. Neben Ihrem Zuspruch und Ihrer großen Empathie haben Sie unseren Umsatz in den letzten Wochen geradezu zum Explodieren gebracht. Und deshalb sehen wir, Qobuz, uns in der Pflicht, Sie auch in der Zukunft weiterhin niemals zu enttäuschen. Ich persönlich werde von nun an vom Alltag des Teams etwas Abstand nehmen, es jedoch nicht aus den Augen verlieren. Ich werde in ein oder zwei Jahren sehr stolz sein zu sehen, wie dieses Projekt alle Erwartungen übertroffen hat und all diejenigen, die nicht oder nicht bereits früher an uns geglaubt haben, vom Gegenteil überzeugt werden. Ein frohes neues Jahr und auf bald!

Yves Riesel“

Wir entnehmen daraus, daß Xandrie die volle Kontrolle übernommen hat. Für die Venture-Capital-Firmen Innovacom und Sigma Gestion in Paris ein schlechtes Resultat. Nicht jeder Start-up bringt offenbar schnelles Geld.

Warum übrigens die Kollegen von „HiFi-Statement“ schreiben können, daß Xandrie „nur“ die Vermögenswerte, aber nicht Qobuz selbst übernommen habe, ist unverständlich. Man lese die „mentions légales“ von Qobuz und stelle fest, daß Xandrie SA als Eigentümer mit einem Grundkapital von 6,676 Mio. Euro genannt ist (zur Erinnerung: Xandrie bringt über 13 Mio Euro in Qobuz ein, also knapp das Doppelte des eigenen Kapitals; höchstwahrscheinlich sehen wir hier in Kürze eine Kapitalerhöhung [von Herrn Thébaud?]). Und der Eigentümer bestimmt die Linie.

Yves Riesel ist der Erste, der geht – so weit, so üblich. Seien wir neugierig, was die nächsten Wochen bringen. Preiserhöhungen? Personalabbau? Servicereduktion? Mehr Werbung für die Produkte der Thébaud-Gruppe? Cross-Selling? Bei Verhandlungen mit den maßgebenden Labels ist Qobuz seit längerem, spätestens seit Bekanntwerden des kritischen Unternehmenszustands im August 2014, in einer schlechten Position. Naiv, wer Positives erwartet, wir kennen die Entwicklung bei Tidal.

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