Lansche

In einem kleinen Dorf auf dem Bodanrück bei Konstanz am Bodensee baut Lansche Audio passive und teilaktive Lautsprecher mit Ionenhochtönern ("Plasmatweeter"). Die Passivserie umfaßt die Modelle 3.1, 5.1 und 7.0, die teilaktive Linie die Modelle 4.2 und 8.2. Daneben gibt es einen imponierenden Hornlautsprecher, den Cubus Mk II.

Zur Geschichte

Seit dem 19. Jahrhundert ist das Phänomen der "singenden Flammen" in der Musikwiedergabe bekannt: 1875 wurde das Pyrophon erfunden, ein orgelartiges Tasteninstrument, bei dem Glaspfeifen durch Flammen aus Wasserstoff zum Schwingen angeregt wurden. Nach Verbreitung der Elektrizität wurde das Prinzip auf Elektroden und Strom übertragen: man plaziere Elektroden an beiden Seiten einer Flamme, lege eine ausreichend hohe, audiomodulierte Spannung an und das Plasma, die ionisierten Bestandteile der Flamme, wird zum Schwingen angeregt und sendet dadurch Schallwellen aus.

Praktisch umgesetzt wurde das Prinzip 1946 von Siegfried Klein in Paris, der damit den ersten Lautsprecher, das "Ionophon", baute. Er lizensierte seine Technik an verschiedene Firmen, darunter z.B. DuKane in den USA, die mit der Firma Electro-Voice den Lautsprecher als "Ionovac" vermarkteten. 1965 produzierte die britische Firma Fane den "IonoFane", der als Hochtöner für den B&W P2 Lautsprecher eingesetzt wurde. Für die deutsche Firma Magnat entwickelte Siegfried Klein seine Technologie weiter.

1977 wurde die Corona Acoustic GmbH gegründet, deren Gesellschafter langjährige Erfahrungen in der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb von Ionensystemen einbrachten. Die ersten Exemplare des Ionenhochtöners "Corona" wurden ab 1978 von Otto Braun, dem ersten deutschen Distributor des "IonoFane", gebaut. Weil sie unter den damals verfügbaren Ionensystemen den höchsten Schalldruck bei geringsten Verzerrungen produzierten, erwarben sie sich schnell einen guten Ruf in der Branche. Ende der 1980er Jahre wurde die Firma aufgelöst, 1999 verkaufte Otto Braun die Rechte für den "Corona"-Ionenhochtöner an Rüdiger Lansche. Der hatte 1998 das "Ingenieurbüro Lansche" gegründet (seit 2003 heißt es "Lansche Audio") und produzierte auf der Grundlage der ursprünglichen Entwürfe von Ionophone/Ionovac und IonoFane und den Entwicklungen von Otto Braun einen eigenen Plasmatweeter. Die Produkte von Lansche zielten zunächst auf den Selbstbaumarkt (beinhalteten zusätzlich noch das Horn, den RF-Generator, einen Class-A-Verstärker und die Stromversorgung) und wurden später auch von dem Lautsprecherhersteller Acapella eingesetzt.

2008 entwickelte Lansche Audio einen verbesserten Hochtöner, der nun ausschließlich für eigene Lautsprechersysteme verwendet wird. Der neue Corona verwendet einen 8 mm durchmessenden Lichtbogen, der im Vergleich zu früheren Konstruktionen sowohl tiefere als auch höhere Frequenzen darstellen kann. Während der Acapella-Tweeter oberhalb von 5 kHz arbeitet, wird der Corona-Hochtöner bereits ab 2,5 kHz aktiv und erzeugt Schallwellen bis hinauf zu 150 kHz.

Die Modelle

Lansche Modell No. 3.1 #1Der Lautsprecher No. 3.1 bildet den Einstieg in die Klangwiedergabe mit Ionenhochtöner-Technologie. Mit seinen kompakten Abmessungen und seiner formalen Eleganz läßt er sich problemlos in jedes Wohn- oder Musikzimmer integrieren.

Bei einem Lautsprecher mit Ionenhochtöner besteht die ingenieurtechnische Herausforderung darin, einen Mitten-/Baßtreiber zu finden, der sich bruchlos mit der Geschwindigkeit und dem Auflösungsvermögen des Ionenhochtöners verbindet. Beim Model No. 3.1 sichert ein 20-cm-Chassis die nötige Geschwindigkeit in den Mitteltonlagen; es wird ergänzt durch ein 22-cm-Langhubchassis in einer Downfire-Anordnung.

Das Gehäuse besteht aus einem Verbund von MDF, schwingarmer Keramik und Absorberschwerschaum, innen sorgt eine Matrix-Konstruktion mit ineinandergreifenden Platten für zusätzliche Versteifung. Den Abschluß zum Boden bildet eine Aluminiumplatte mit einer Dicke von einem Zentimeter, die die Spikes aufnimmt und damit eine perfekte Ankopplung zum Boden gewährleistet.Lansche Modell No. 3.1 downfire

Die Spezifikationen:

Passivlautsprecher, 2½-Wege-Bassreflexsystem, 8 mm Ionenhochtöner, 20 cm Tiefmitteltöner aus Papier (beschichtet), 22 cm Tieftöner aus Polyester (beschichtet), Übergangsfrequenzen 80 und 2.500 Hz, Impedanz 8 Ohm (Minimum bei 5,6 Ohm), Wirkungsgrad: 92 db (1 W / 1 m), Frequenzbereich 30 Hz - 150 kHz (±3 dB), Größe 98 x 24 x 39 cm, Gewicht 51 kg.

Der Preis liegt bei 19.500 Euro für die Standardausführungen weiß, schwarz, walnuß.

Der Lautsprecher No. 5.1 ist ein Drei-Wege-System im Baßreflex-Aufbau, das neben dem Ionenhochtöner einen 155 mm großen Mitteltontreiber aus Polypropylen mit sehr geringer bewegter Masse von gerade einmal sieben Gramm und unterhängender Schwingspule einsetzt. Der Baßbereich ist zwei 22 cm großen Langhubchassis (Glasfaser-/Polyestergewebe, beschichtet) mit einer Membranauslenkung von 1,2 cm anvertraut, die eine beeindruckende Baßwiedergabe bei allen Lautstärken sicherstellen. Die Übergangsfrequenzen liegen bei 200 und 2.500 Hz.

Das Gehäuse besteht in einer Sandwichbauweise aus MDF/Keramik/Schwerschaum mit einer Matrix-Konstruktion im Inneren, die mit ineinandergreifenden Platten das Gehäuse versteift.

Der Wirkungsgrad beträgt 90 dB (1 W / 1 m), die Impedanz 4 Ohm (mit einem Minimum bei 3,2 Ohm), der Frequenzbereich bei 28 Hz bis 150 kHz (± 3 dB). Über das hochwertige Bi-Wiring-Terminal kann der Hochtöner individuell angepaßt werden.

Bei Abmessungen von 111 x 25,8 x 49 cm beträgt das Gewicht etwa 75 kg.

Der Preis liegt bei 28.000 Euro für die Standardausführungen weiß, schwarz, walnuß.

Das Modell No. 7.0 ist das Flaggschiff der Passivlinie von Lansche Audio. Äußerlich auffallend ist in diesem 3-Wege-Baßreflexsystem die d’Appolito-Anordnung der Treiber, wo der Ionenhochtöner von jeweils zwei Mitteltönern (15,5 cm Polypropylen) und vier Tieftonchassis (22 cm Glasfaser-/Polyestergewebe) flankiert wird.

Die Mitteltöner arbeiten im Bereich von 150 Hz bis 2 kHz und decken damit den kritischen Bereich der menschlichen Stimme perfekt ab. Aufgrund ihrer optimierten Membrangeometrie ist das Abstrahlverhalten auch unter Winkeln bei hohen Frequenzen sehr homogen. Für den Hoch-, Mittelton- und Tieftonbereich gibt es getrennte Frequenzweichen, die Übergangsfrequenzen liegen bei 200 Hz und 2,5 kHz. Die Terminals mit getrennten Eingängen für den Hoch- und den Mittel-/Tieftonbereich erlauben Bi-Wiring bzw. Bi-Amping.

Das Gehäuse besteht wie bei den anderen Modellen aus einem Verbund von MDF, einer schwingarmen Keramik und einem Absorberschwerschaum, das Innere ist in bewährter Weise durch eine Matrix-Konstruktion versteift.

Der Wirkungsgrad beträgt 92 db (1 W / 1 m), die Impedanz 6,8 Ohm (Minimum 4,9 Ohm), der Frequenzbereich reicht von 25 Hz bis 150 kHz (±3 dB). Bei Abmessungen von 175 x 32 (43) x 61 cm wiegt ein Lautsprecher etwa 130 kg.

Der Preis liegt bei 65.000 Euro für die Standardausführungen weiß, schwarz, walnuß (mit Flightcase).

Das Modell No. 4.2 ist ein teilaktives 2½-Wege-System mit einer integrierten aktiven Baßeinheit in einem geschlossenen Gehäuse. Es hat zwei seitlich angeordnete Langhubchassis von 26 cm Größe, die von einem Endverstärker aktiv angesteuert werden. Aufgrund der speziellen Anordnung ist sichergestellt, daß nur geringste Gehäusevibrationen entstehen, und sie erlaubt eine schlanke Gehäuseform mit akustisch optimaler Schallwand. Der integrierte Verstärker leistet 1.200 Watt.

Der 20-cm-Mitteltöner (Papier, beschichtet) ist eine Eigenentwicklung von Lansche Audio. Er aus einer 8 g leichten Omniex-Membran gefertigt, besitzt eine harte, nahezu hublose Aufhängung und ermöglicht eine unmerkliche Ankopplung über eine außerordentlich impulstreue Frequenzweiche. Der Übergang zum Corona-Ionenhochtöner erfolgt wie immer bei 2,5 kHz.

Aufgrund des teilaktiven Konzepts und des hohen Wirkungsgrads von 94 dB (1 W / 1 m)ist der Lautsprecher hervorragend für den Betrieb mit kleineren Verstärkern wie z.B. Röhren geeignet.

Die weiteren Spezifikationen sind: Impedanz (nominal): 8 Ω (Minimum 6.2 Ω); Frequenzbereich: 15 Hz - 150 kHz ±3 dB; Abmessungen: 112cm x 29cm x 51cm; Gewicht: 70 kg.

Der Preis liegt bei 45.000 Euro für die Standardausführungen weiß, schwarz, walnuß.

Lansche Modell No. 8.2Modell No. 8.2 ist - aus drei separaten Einheiten zusammengesetzt - zunächst einfach nur beeindruckend: zwei identische Baß-/Mitteltonmodule bilden das obere und das untere Segment, das mittlere Segment besteht aus dem reinen Hochtonmodul, so daß eine d'Appolito-Anordnung entsteht. Für jedes Baßsegment ist ein eigener Verstärker zuständig.

Die vier Tief-/Mitteltonchassis weisen einen Durchmesser von je 20 cm auf (Papier, beschichtet), die beiden Tieftöner auf der Rückseite sind je 46 cm groß. Die beiden Verstärker haben eine Leistung von je 1.200 Watt.

Die Übergangsfrequenzen liegen wie üblich bei 2,5 kHz sowie bei 40 Hz (mit 15 Hz Subsonic-Filter). Der Wirkungsgrad beträgt 94 dB (1 W / 1 m), die Impedanz (nominal) liegt bei 8 Ω (Minimum 6.2 Ω), der Frequenzbereich zwischen 15 Hz und 150 kHz ±3 dB. Die Abmessungen betragen 200 cm x 37,5 (52) cm x 74 cm, das Gewicht wird mit 300 kg angegeben. Geliefert wird das Modell No. 8.2 in zwei Einzelteilen, die vor Ort montiert werden, so daß auch schwieriger zugängliche Räumlichkeiten einfach erreicht werden können.

Der Preis liegt bei 160.000 Euro für die Standardausführungen weiß, schwarz, walnuß (mit Flightcase).

Lansche CubusMit diesem Lautsprecher wagt sich Lansche Audio auf das Gebiet der Hornlautsprecher vor und zwar mit einer zweiten Eigenentwicklung, einem völlig neu entwickelten Mitteltonhorn mit einem halben Meter Öffnung. Gleichzeitig wird bautechnisch auf frequenzbeeinflussende Vorkammern oder wirkungsgradsteigernde Druckkammern verzichtet, eventuelle Klangverfärbungen (die man früher 'horntypisch' nannte, heutzutage aber nur noch bei wirklich schlechten Konstruktionen vorkommen) können gar nicht erst entstehen. Die Horngeometrie (50 cm Öffnung) folgt einer selbstentwickelten Mischung mehrerer Hornöffnungsfunktionen, was für einen außerordentlich gutmütigen Frequenzgang sorgt, so daß die Filterung nach oben und unten sehr flach ausfallen kann, was wiederum die Klangqualität fördert. Als Übertragungsmedium wird ein Zwei-Zoll-Profitreiber eingesetzt.

Das Hauptmotiv, das Horn selbst zu konstruieren, liegt in der Möglichkeit, diese Hornfunktion tief anzukoppeln, so daß ein ideales Rundstrahlverhalten bis zum Zusammentreffen mit dem Ionenhochtöner erreicht wird.

Der Baßlautsprecher (Papier, beschichtet) muß nur bis gut 400 Hz arbeiten und kann entsprechend groß ausfallen. Das 46 cm große Chassis braucht aufgrund seiner immens großen Membranfläche nahezu keinen Hub zu verrichten, was die Voraussetzung dafür ist, diesen Frequenzbereich zeitnah und perfekt übertragen zu können. Insgesamt ist dieser 3-Wege-Baßreflex-Lautsprecher für Verstärker eine leicht zu treibende Last ohne leistungsraubende Impedanzminima bei optimalem Phasenverlauf.

Die Übergangsfrequenzen liegen bei 2,5 kHz und bei 400 Hz. Der Wirkungsgrad beträgt 96 dB (1 W / 1 m), die Impedanz (nominal) liegt bei 8 Ω (Minimum 5,6 Ω), der Frequenzbereich zwischen 25 Hz und 150 kHz ±3 dB. Die Abmessungen betragen 129 cm x 27,5 (57,5) cm x 63 cm, das Gewicht 130 kg.

Der Preis liegt bei 68.000 Euro für die Standardausführungen weiß, schwarz, walnuß (mit Flightcase) bzw. 65.000 Euro (ohne Flightcase).